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Historia

Historia 24 kwietnia 2018 wyświetleń: 744

Dachau 2009 D

Gehalten in der Kapelle „Christus Todesangst“ auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau am 23. April 2009 während der Wallfahrt polnischer Motorradfahrer 

http://www.karel-art.de/Dachau_2009/index.html

Jan Zalewski-Predigt

 „Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod.“ (Offenbarung des Johannes 12,11)

 Wir haben uns heute auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau versammelt, welches  ein stummes Zeugnis über unfassbares Leiden und über den Abgrund des Bösen ablegt. Ein Leiden, welches von Menschen an Menschen verübt wurde. Dieser Ort legt jedoch auch Zeugnis über eine außergewöhnliche innere Stärke des menschlichen Geistes ab. Der inneren Stärke, welche über das Martyrium hinaus die unveräußerlichen Gott gegebenen Menschenrechte bezeugte. Totalitäre Ideologien haben schon immer Angriffe auf die Freiheit und die menschliche Würde verübt, um ihre tückischen Ziele zu verwirklichen. Die polnischen Motorradfahrer möchten während dieser außergewöhnlichen, historischen Wallfahrt jedem Menschen huldigen, dessen Leben durch das unfassbare Unglück der KZ-Haft gekennzeichnet wurde.

Das ehemalige Konzentrationslager in Dachau, bereits 1933 (Neunzehnhundertdreiundreißig) gegründet, bildete das erste Lager, welches der Realisierung der wahnwitzigen und verbrecherischen Idee der Aussonderung und Vernichtung der Menschen und Völker diente, welche in den Augen der nationalsozialistischen Ideologie als wertlos oder feindlich angesehen wurden. Hier wurden die Handlanger des Systems und der Partei ausgebildet und hier sammelten sie ihre Erfahrungen, welche auf die Todesfabriken in anderen Teilen Europas übertragen wurden bis hin zur wohl bedeutendsten Todesfabrik im besetzten Polen – Auschwitz. 

Wir feiern heute das liturgische Gedenken an das Martyrium des Heiligen Adalbert und gedenken gleichzeitig den Opfern des Konzentarionslagers Dachau. Der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. (der Zweite) sprach am 13. (dreizehnten) Juni 1999 (neunzehnhunder neunundneunzig) in Warschau 108 (hundert acht) Märtyrer des Zweiten Weltkrieges seelig. So fügen sich  beide Gedenkmomente in eine über tausend jährige Geschichte der Gottestreue bishin zur Opferung des eigenen Lebens für Christus. 

Zu anfang möchte ich alle Teilnehmer der heutigen Heiligen Messe begrüßen: zuallererst den Vertreter des Erzbistums München-Freising Domkapitular Klaus Franzl als Vertreter seiner Exzellenz Erzbischof Reinhold Marx, die Gemeindeverwaltung und die Leitung der Gedenkstätte Dachau, die Vertreter desKonsulats der Republik Polen in München, die Polnische Katholische Mission in München sowie die Gemeinschaft der Motorradfahrer sowie alle Versammelten.

 Ich erinnere mich, als ich 1987 das erste Mal zusammen mit Erzbischof Kazimierz Majdanski das ehemalige Konzentrationslager in Dachau aufsuchte. Es ist für mich bis heute ein unvergessliches Ereignis, das in meiner Erinnerung bis heute sehr lebendig ist. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs, welche Erzbischof Majdanski in den Konzentartionslagern Dachau und Sachsenhausen überlebte, bildete den Hintergrund der folgenden an ihn persönlich gerichteten Sätze von Johannes Paul II. (dem Zweiten) während der Gedenkfeier zu Maximilian Kolbe am 14. (vierzehnten) August 1986 (neunzehnhundert sechsundachzig):

„Besonders teuer ist mir Deine Anwesenheit hier als Zeuge ähnlicher Erfahrungen, Bischof Kazimierz. [...] Du bist Zeuge dieser Erfahrungen gegenüber uns allen, gegenüber der Kirche in Polen und gegenüber der Welt.“

Während meiner gemeinsamen Reisen mit Erzbischof Majdanski nach Deutschland konnte ich beobachten, dass er viele deutsche Freunde hatte. Ich möchte hier drei Personen erwähnen, welche ich kennenlernen durfte: Kardinal Franz Hengsbach aus Essen, Bischof Klaus Hemmerle aus Aachen und die bis heute in München lebende Karolina Zahner. Ich war ebenfalls Zeuge des Treffens von Erzbischof Majdanski mit Bundeskanzler Helmut Kohl 1989 (neunzehnhundert neunundachzig) in Warschau. Ich erinnere mich, mit welcher Überzeugung Erzbischof Majdanski sich an den seeligen Bischof Michal Kozal erinnerte:

„Unser Märtyrer-Bischof. Unser Bischof  auf Knien, in großer Stille betend, auf der letzten Etappe seines Lebens vor dem Martyrium. Man möchte sagen: Steh auf, um wie ein Riese zur letzten Etappe zu schreiten. Nach Dachau abgeführt wie einst der heilige Ignatius von Antiochien nach Rom. Sicher der Opferbringung in Haft, wie jener Ignatius durchdrungen von dem Wunsch, von niemandem daran gehindert zu werden, das letzte Ofer für Christus zu bringen.“ 

Ich sprach in Stara Wies mit dem Jesuiten-Pater Franciszek Cieciwa, welcher mir von dem seeligen Stefan Frelichowski erzählte. Bis heute höre ich die Worte voller Bewunderung für Priester Wicek für sein heroisches Engagement und die geleistete Hilfe für die Mithäftlinge. Für Pater Cieciwa war dies die bedeutsamste Gestalt im KZ Dachau. 

Ich möchte an dieser Stelle das Zeugnis von Pater Marian Zelazko wiedergeben, welcher im KZ Dachau war und später als Missionar in Indien tätig war:

„Als Kleriker im Konzentarionslager Dachau-Gusen wollte ich während der ganzen fünf Jahre Haft aus dem KZ herauskommen, zur Not auch auf Knien und Missionar werden. Jedesmal, wenn einer meiner Kollegen aus dem Seminar im Lager starb (aus der Gruppe von 26 starben insgesamt 14 Kleriker) und seinen Wunsch Missionar zu werden  ins Lagerkrematorium mit sich nahm, schien ich ihn  in dem Wunsch Missionar zu werden gewissermaßen zu beerben.“

 An dieser Stelle sollten noch mindestens zwei weitere Insassen des Konzentrationslagers Dachau erwähnt werden: Kardinal Adam Kozlowiecki und Bischof Ignacy Jez. Der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. hat, um die polnischen Geistlichen im KZ Dachau zu ehren, Bischof Jez zum Kardinal erhoben. Leider wurde er am Vortag der Verkündung zu unserem Herrn im Himmel gerufen. 

Möge jeder polnische Priester sein geistliches Leben auf diesen Beispielen aufbauen! Möge das Konzentrationslager Dachau Ziel von Wallfahrten polnischer Priester werden! Mögen sie auf die Märtyrer heraufblickend sich an Christus stützen und im Heiligen Geiste wachsen!

 Unter uns anwesend istKazimierz Gruca, der Sohn von Teodor Gruca, welcher im Lager ein polnisches Chor gründete und leitete und welcher sich im Lager als äußerst hilfsbereiter Mensch erwiesen hat. Angeführt werden sollte hier eine Episode, wo man bei einer Aufführung zur Melodie der „Warszawianka“, eines polnischen Arbeiterliedes, das Lied der Erntearbeiter einstimmte, was eine kaum fassbare Freude bei den polnischen Häftlingen auslöste.

 Im ehemaligen Konzentrationslager glaubten die polnischen Geistlichen, dass ihre einzige Rettung beim heiligen Jozef Kaliski liege. Sie zelebrierten am 22. April 1945 ihm zu Ehren eine Opferfeier mit den folgenden Worten:

„Heiliger Joseph, bete für uns vor dem Höchsten Thron Gottes, damit der Drang unserer Herzen uns zum Guten führt, für unser Vaterland, für unsere Kirche, und Gottlob, unseren Herrn Jesus Christus“.

Das Lager wurde am 29. (neunundzwanzigsten) April 1945 (neunzehnhundert fünfundvierzig) gegen 17. (siebzehn) Uhr durch die Spitzen der Siebten amerikanischen Armee befreit. Somit konnte die für 21 (einundzwanzig) Uhr geplante Ermordung der Insassen in verschlossenen Baracken verhindert werden. Die polnischen Priester waren davon überzeugt, dass sie dies der Intervention des Heilihen Joseph zu verdanken hatten und gelobten seinen Kult zu verbreiten, ein Jahr nach der Befreiung dem heiligen Joseph im Sanktuarium in Kalisz dankzusagen und ein Werk der Nächstenliebe unter seinem Patronat zu begründen. Ein daraus entsprungenes Werk bildet das Institut für die Studien der Familie in Lomianki.

 Auf dem Gelände bifindet sich auch ein besonderes Mahnmal. Kloster Karmel Heilig Blut, welches 1964 (neunzehnhundert vierundsechzig) gegründet wurde. Der ehemalige KZ-Häftling und spätere Bischof Johannes Neuhausler und Mutter Maria Teresia beabsichtigten, dass „diese Brutstätte des Grauens ein Ort des Opferns und des Gebets wird, um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.“ Die wichtigste Aufgabe des Karmel – das Gebet – bildet an diesem Ort einen besonderen Dienst an der Versöhnung in Christus und das Tragen der damaligen und heutigen Leiden.

  Ich möchte auch das Treffen der Motorradfahrer neben der Hamburger Kathedrale am 25. (fünfundzwanzigsten) Mai 2008 (zwei tausend acht) mit Erzbischof Hans-Jochen Jaschke erwähnen. Dort wurde der Vorschlag vorgestellt, im April 2009 (zwei tausend neun) mit den dort anwesenden Motorradfahren eine Wallfahrt ins Konzentrationslager Dachau zu unternehmen. Damals erwähnte ich:

„Wir möchten, dass diese Pilgerfahrt nicht nur den polnischen Opfern des deutschen Nationalsozialismus gedenkt, sondern auch die heroische Haltung vieler Menschen würdigt, die bis zum Schluss Christus treu geblieben sind. Ich möchte hier den selig gesprochenen Bischof Michał Kozal, den Priester Wincenty Frelichowski, Kardinal Ignacy Jeż, Erzbischof Kazimierz Majdański aber auch deutsche Geistliche wie den selig gesprochenen Karl Leisner, Pater Rupert Mayer oder Pater Peter Kentenich und viele viele andere in Erinnerung rufen.“ 

Papst Johannes Paul der Zweite sagte am Ende seiner Reise nach Deutschland auf dem Flughafen von München 1980 (neunzehnhundert achtzig):

Man muss alles tun, um die Folgen dieser schrecklichen Erfahrung unseres Jahrhunderts zu überwinden, neues Leben und ein neues Zusammenleben der Menschen und Nationen auf unserem Kontinent bauen. Die Märtyrer und Heiligen aller Jahrhunderte bis hin zum selig gesprochenen Maksymilian Kolbe lehrten uns, dass «die Liebe Christi stärkster sei.»“

In Anlehnung an diese Worte hegen wir die Hoffnung, vereint im Blute der Märtyrer aus dem Konzentrationslager Dachau, dass diese Wallfahrt  das gegenseitige Verständnis und die weitere Versöhnung unserer beider Nationen fördert. 2010 (zwei tausend zehn) werden die Motorradfahrer die ehemaligen Konzentrationslager in Ravensbrück und Sachsenhausen aufsuchen. 

Wir bitten die Heilige Jungfrau Maria, Königin der Märtyrer und Königin von Polen, möge sie uns die Gnade des Lebens in Wahrheit und im Geiste einer wirklichen Versöhnung erbeten.

 Amen!

aktualizowano: 2018-04-30

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